Tag #6 Kopriwschtiza, Plovdiv

Freitag, 9. August

Wie bereist angekündigt haben wir eine Entscheidung wegen Plovdiv getroffen. Diese Stadt (Kulturhauptstadt 2019) ist uns besonders ans Herz gelegt worden und wir wollen dem auch Rechnung tragen. Allerdings gibts für Camper nix. Also werden wir das auf der Durchreise erledigen und dann zum Camping Alexandrovo fahren. Hier die geplante Route.

Im Reiseführer wurde Kopriwschtiza als besonders sehenswert hervorgehoben. Ein Ort der vollständig unter Denkmalschutz steht. Ein Aushängeschild für die sog. Bulgarische Wiedergeburt. Auszug aus Wikipedia dazu:

Die Osmanen hatten eine eigenständige Fortentwicklung der Bulgaren unterdrückt. Es hat wegen der osmanischen Herrschaft in dieser Region nie eine RenaissanceReformationAufklärung oder bürgerliche Revolution gegeben. Die Bulgarische Wiedergeburt hatte im Gegensatz zu den nationalen Bewegungen der Nachbarvölker mit erheblichen äußeren Schwierigkeiten zu kämpfen. Durch die geographische Nähe zu Konstantinopel, dem Machtzentrum des Osmanischen Reiches, waren die Bulgaren stärker als andere Balkanvölker dem Islamisierungsdruck ausgesetzt. Diese religiöse Prämisse hinderte lange Zeit auch die Schaffung einer ökonomischen Basis für einen gesellschaftlichen Aufstieg.[1] Die Anfänge der bulgarischen Wiedergeburt liegen in Makedonien.[2]

Für den Verlauf der Aufklärungsbewegung erwies sich jedoch eine andere Sachlage als besonders wichtig: die Dominanz der griechischen Kirche und Sprache im 17. und 18. Jahrhundert innerhalb des Osmanischen Reiches. Die Anfänge der bulgarischen Wiedergeburt sind also weniger in der direkten Abgrenzung zum Osmanentum, sondern vielmehr in der bewussten Distanzierung vom griechischen Einfluss zu suchen, der in allen Lebensbereichen präsent war. Der später resultierende politische Unabhängigkeitskampf richtete sich jedoch gegen den osmanischen Staat.

Wichtige Impulse kamen aus den Emigrationszentren – von den Städten nördlich der Donau (BrăilaBukarest), von den bulgarischen Kolonien in den großen Handelszentren (OdessaSmyrnaKonstantinopel) und den bulgarischen Klöstern (RilaZografou und Chilandar).

Die Fahrt dorthin ist malerisch und der Ort wirklich auch wieder ein Juwel. Direkt bei der Orteinfahrt gibts einen großen fast leeren Parkplatz wo wir das Gespann fein parken können,

Hier nun ein paar Einblicke:

Weiter geht die malerische Fahrt etwas hügelig und nicht immer optimal ausgebaut in Richtung Plovdiv.

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Und es gibt, ähnlich wie in Rumänien, sehr auffällige orthodoxe Kirchen.

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In Plovdiv stellen wir das Gespann auf einen Sportparkplatz der unbewacht aber gratis ist und nehmen der Einfachheit halber ein Taxi in die Altstadt (3 LEV). Hier wieder ein paar Eindrücke. Eine (Im Zentrum) sehr hübsch herausgeputzte Stadt mit viel Bulgarischer Wiedergeburt. Aber irgendwie hat man den Eindruck, dass alles ein bissl schön gemachte Fassade ist. Fast schon potemkische Anmutung. Wir geniessen es trotzdem und nehmen auch einen Snack zu uns bevor wir wieder mit dem Taxi zurück unser Gespann noch komplett vorfinden und zum empfohlenen Campingplatz Alexandrovo fahren.

Die Fahrt ist unkompliziert und schön und führt uns bereits in Richtung Türkei. Der Platz wird von einem Englisch/Japanischen Ehepaar mitten im Nirgendwo geführt und ist sehr herzlich und mit viel Liebe zum Detail gemacht. Optimaler Platz um unseren letzten Abend in Bulgarien ausklingen zu lassen.

Wir sind gespannt wie die Einreise in die Türkei, der Stellplatz in Istanbul und natürlich die ganze Stadt auf uns wirken wird.

Ich will nichts versäumen:
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