Südbalkan und Griechenland. Blogversuch #2

Liebe interessierte Mitleser,

ich starte nochmals den Versuch diesen Blog hier aktiv zu betreiben.
Nach einer kurzen Reise durch Südpolen steht nun im August unsere neue #Experience an.
Nach langen Recherchen werden wir über Zagreb, Belgrad nach Skopje (Mazedonien, FYROM, Nordmazedonien oder wie es gerade heisst) fahren.
Recherche wie?
Trotz allem Internet verlasse ich mich beim Recherchieren eher auf Bücher. Und natürlich auf Straßenkarten. Mittlerweile erstelle ich auch eine Excel in dem ich die Tage aufliste und mache einen groben Plan wann man wo ist, was man tun könnte, wie viele KM zu fahren sind, wie die Fahrzeiten aussehen könnten und welcher Campingplatz passt. Für die Campingplätze verwende ich fast ausschließlich www.camping.info. ADAC ist mir zu selektiv und in Regionen außerhalb des Mainstreams zu wenig aktiv.

edf

In den folgenden Tagen VOR der Abfahrt schildere ich welche Gedanken ich zur Planung habe und wie wir uns vorbereiten auf den etwa 3,5-Wöchigen Trip durch den Südbalkan und Griechenland.
Hoffe auf Euer Interesse und verbleibe,
herzlichst
Auge

Vorbereitung Technik

Bei einer längeren Reise gilt es auch die Technik im Blick zu behalten. Die vielen Jahre und weiten Strecken haben mich gelehrt, dass es einfacher ist daheim noch etwas zu verbessern als auf der Strecke.

Ein Wohnwagen ist etwas eher einfaches und daher überschaubar. Und vorausgeschickt. Ich hatte noch nie eine Panne mit dem Wohnwagen. Obwohl der Vorgänger ein 1980er Touring Troll war. Ja. Das Rücklichcellon ging mal flöten aber das sei verziehen und hat uns nicht aufgehalten.

Nun aber tacheles. Was kontrolliere ich vor der Abfahrt:

  • Anhängekupplung:
    Moderne Kupplungen haben eine Anti-Schlinger Kupplung die mit Reibbelägen ausgestattet ist. Da gibt es ein Manual vorgeschriebenes Prozedere wie man das prüfen kann. Dauert nur wenige Sekunden. Diese Anti-Schlinger Kupplungen sollen verhindern, dass der Anhänger sich aufschaukelt. Zu diesem Thema der Fahrdynamik werde ich mich später mal verbreitern.
edh
  • Reifen:
    Der Reifenverschleiss eines Anhängers ist gering daher wird die Profiltiefe selten ein Thema sein. Allerdings sollte man die Reifen auf Verletzungen und VOR ALLEM auf das Alter prüfen. Reifenherstellungsdaten sind auf der Flanke zu finden. Einfach Googeln wie das zu lesen ist oder zum Fachmann fahren. Vor allem die UV Strahlung lässt Reifen altern und im Süden gibt es viel davon. Also auch selber auf Risse o.ä. achten.

    edf
  • Gasversorgung:
    Die Gasflaschen bzw. deren Inhalt sollte man checken. Bei Kunststofflaschen kann man sehen wo der Gaspegel liegt. Stahlflaschen muss man abwiegen und dann das gewicht der Leerflasche abziehen (Ist eingestanzt). Es gibt bei Stahlflaschen 5kg und 11kg bei Kunststoff 5kg und 10kg. Es kommt auf den WW drauf an was reinpasst. Ich hab aus Gewichtsgründen grad auf 2 x 10kg Kunststoff umgestellt das die Stahlflaschen in Summe um einiges schwerer sind. Nachteil ist, dass ich im Ausland Stahlflaschen leichter umtauschen kann (auf volle). Weiters sollte man die Anschlüsse probieren und mal schnell beide Flaschen anschliessen und das Kochfeld zünden um zu prüfen ob alles funktioniert. Der Gasschlauch kann auch leicht sichtkontrolliert werden. Alle 2 Jahre muss man beim Fachman sowieso eine Gasüberprüfung machen lassen.
edf
  • Kühlschrank:
    Ein wesentliches Komfortmerkmal ist ja der Kühlschrank. Den sollte man zu Hause noch einschalten (Alle drei Betriebsarten wenn möglich (12V, 240V, Gas)) damit es keine Überraschungen gibt. Eine Vorreinigung schadet auch oft nicht. Ich persönlich verwende die 12V Betriebsart während der Fahrt nicht mehr da die Kühlleistung für den Süden einfach nicht ausreicht. Ich Kühle während der Fahrt im Gasbetrieb. Dazu gibt es regeln wie und wo man das darf. Dazu mal später mehr.
edf
  • Wasserversorgung:
    Die Systeme wie WWs wasserversorgt weden sind verschieden. Grundsätzlich ist Hygiene und Desinfektion ein Gebot! Unser WW hat einen Wassertank (40l) den ich wirklich erst bei Abfahrt fülle um das Wasser frisch zu halten. Die Wasserhähne aufdrehen und testen und auch (aus leidlicher Erfahrung) nachsehen ob der Abluss bzw. die Siphone alle dicht sind. Uns hat es diesen Winter einen Siphon gesprengt weil wohl noch Restwasser drinnen war das gefroren ist. Der war hinüber und durchlässig wie ein Sieb.
edf
  • Technikpanel:
    Modernere WWs verfügen über ein Panel an dem man den Wasserstand, den Akkuzustand und die allgemeine Stromversorgung ablesen kann. Das mal prüfen ob noch alles passt und angezeigt wird. Sich mit der Stromversorgung seines WWs auseinanderzusetzen ist eine gute Idee. Wenn man sehr rüttelige Strassen bereist (Bosnien, Albanien) dann kanns schon mal einen  Kontakt lösen. Da isses gut wenn man anschaun kann wo das ist. Mir hat es den Kontakt für die Gaszündung der Küche gelöst. Das Kochfeld kann ich auch so zünden aber den Kühlschrank? Da war ich froh gewusst zu haben wo ich nachsehen muss.
    Auch die Umluft sollte man testen und die Schläuche in den Kästen kontrollieren.

    edf
  • Allgemein:
    Ein Rundblick im WW schadet nie. Auch zu prüfen ob alles fest ist und sich keine Verschraubungen und Verbindungen lösen. Da Leichtbau in einem WW wichtig ist sind natürlich nicht alle Verbindungen so stabil wie zu Hause. Aber es ist immer einfach der noch vor Ort zu verbessern als dann irgendwo auf der Reise.LG
    Auge

 

 

 

 

Warum in den Osten/Südosten Europas reisen?

Liebe Interessierte,

ich werde ab und zu gefragt warum wir eigentlich so oft in den Osten reisen.
Nun es gibt wahrlich schöne Reiseziele im Westen Europas daher ist diese Frage mehr als legitim. Und unsere Campingerfahrungen begannen ja in Italien bzw. meine eigenen sogar in Frankreich.
Was bewegt uns also jetzt doch öfters den Osten bzw. Südosten aufzusuchen? Die letzten Jahre haben wir Albanien, Montenegro, Rumänien (bis zum schwarzen Meer mit Donaudelta), Georgien, Tschechien und Polen bereist.

  • Das Abenteuer: In den Osten und Südosten Europas zu reisen bedeutet sich nicht mehr auf so viele Quellen verlassen zu können. Die Recherche erfordert um einiges mehr Aufwand und die touristische und sonstige Infrastruktur der Länder ist weit hinter unseren Gewohnheiten zurück. Das empfinde ich als Herausforderung im positiven Sinne und macht Spass zu entdecken.
  • Der herbe Charme: Viele Italienische Städtchen oder französische Örtchen sind nett hergerichtet. Fast wie ein Museum oder Disneyland. Uns gefällt der oftmals sehr herbe Charm osteuropäischer Städte wo sich die kommunistische Architektur mit Moderne und Klassik mischt. Wo der Verkehr wild und die Fahrweise rüpelhaft ist und TripAdvisor nix zu sagen hat.
  • Die Menschen: Oft erleben wir verwunderte Gesichter wenn wir sagen wo wir herkommen. Die Menschen freuen sich, dass wir als Österreicher Interesse an ihrem Land, ihrer Region haben und verhalten sich oftmals hilfsbereit und sehr nett. Sprachliche Barrieren werden mit Deutsch, Englisch und den Händen umschifft.
  • Keine Massen: Seltenst erlebt man Touristenmassen. Meist sind nur regionale Urlauber unterwegs und das nicht in großer Zahl. Damit kann man eine Region erleben wie sie eben ist. Ohne Show und Brimborium.
  • Sicherheit: Wir werden oft gefragt ob wir denn keine Angst hätten, dass etwas gestohlen wird oder ähnliches. Nein. Bisher haben wir uns in diesen Regionen (Georgien inclusive) immer sehr sicher gefühlt und noch nie ist auch nur irgendetwas weggekommen. Auf einem Campingplatz wäre es unmöglich bei jedem Ausflug oder Strandzeit alles zu sichern. In Italien war das nicht immer so….
  • Preis/Leistung: Nein. Auch Osteuropa ist nicht mehr nur billig. Aber irgendwie hat man ein gutes Preis Leistungsgefühl. Die Plätze, die Restaurants sind so, dass man gerne bezahlt und Trinkgeld gibt weil man es ausgewogen empfindet. Wenn ich an die italienischen CPs mit bis zu 65,- pro Nacht bzw. französische Gaststätten denke freue ich mich immer über das ansprechende Angebot.

Das sind meine schnellen Gedanke zu unseren Trips. Heisst nicht, dass Schottland nicht auch reizvoll wäre aber das läuft auch nicht davon.

LG
Auge